Duduismus

::: there's a crack in everything ::: that's how the light gets in :::

  • »Moment mal«, sagte Herr Lehmann. »Was soll das heißen, Lebensinhalt? Lebensinhalt ist doch ein total schwachsinniger Begriff. Was willst du damit sagen, Lebensinhalt? Was ist der Inhalt eines Lebens? Ist das Leben ein Glas oder eine Flasche oder ein Eimer, irgendein Behälter, in den man was hineinfüllt, etwas hineinfüllen muß sogar, denn irgendwie scheint sich ja die ganze Welt einig zu sein, daß man so etwas wie einen Lebensinhalt unbedingt braucht. Ist das Leben so? Nur ein Behältnis für was anderes? Ein Faß vielleicht? Oder eine Kotztüte?«
  • Boxen.Stop.

Elf.

Lül.Lingen.

Wir schreiben das Jahr 2016.
Zehn kleine Verrückte mit nicht minder irren Betreuerinnen machen sich auf den Weg in ein kleines Dorf, das nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

In einer ehemaligen Grundschule mehrbetten wir uns alle in ehemaligen Klassenräumen und Lehrerzimmern.
Alle? Nein – draußen hinter dem Haus steht ein kleines grünes Zelt, das die Anstaltsleitung mutwillig inmitten von Mückenschwärmen platziert hat.
Es ist fast wie ein bisschen Schweden…

Lüllingen.
Ist genauso unterhaltsam wie es klingt.
Inmitten des wunderschönen Niederrheins lassen wir 7 Tage, 6 Nächte die Seele baumeln und verunsichern die nähere Umgebung:
Venlo, Overloon, Arcen, Kevelaer, Goch…

Nun denn: die Zivilisation hat mich wieder.
Wenn ich noch einmal meinen Anrede-+Hausnamen höre, wandere ich aus.

Nach Lüllingen.

Elf.Chen.

Für den Stahler, der Tabea gerne verelft hätte.

„Tee,
abends bei
Burkhard, der die
Erde untergehen lassen konnte,
abrupt.“

2.0

….digitale Wohngemeinschaft….*gnihihi*

Ber.Lin.

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17.03.2016 08:22 Uhr.
Die Allereinzigste vom Westbahnhof abholen und dann ab nach Köln-Bonn. Airparks ist immer noch günstiger als am Flughafen zu parken, und wie schon letzten Sommer klappt alles wunderbar. Kurz darauf landen wir in Schönefeld. Allerschönstes Frühlingswetter heißt uns willkommen. Schlüsselübergabe geschieht spontan, obwohl wir zu früh dran sind. Bin wieder mal positiv angetan von Airbnb, denn die Altbauwohnung von Pablo ist wirklich sehr schnuckelig, ruhig gelegen und dennoch zentral. Eine erste Erkundungsrunde ergibt: Hier braucht man nicht kochen, nicht für vier Tage. Wir werden auswärts essen. Für’s erste tut’s der Street-Food-Markt in der Markthalle IX: Tausend leckere Sachen, völlige Reizüberflutung. Uns geht’s wie den Wawuschels, sattgerochen entscheiden wir uns schließlich doch für einen Snack auf dem Heimweg und landen in einer sehr kleinen, sehr guten Pizzeria um die Ecke. Nach einer Runde Reversi (Ja, wir können’s noch!) geht der erste Tag zu Ende.

++++
18.03.2016.
Freitag. Wetter ist solala. Wir frühstücken gemütlich, dann geht’s los zur Stadtrundfahrt mit dem 100er. Steigen touristengemäß am Brandenburger Tor aus und bekommen den Rest der Rede Sahra Wagenknechts mit. Im KaDeWe stärken wir uns über den Dächern Berlins, bevor es weitergeht zu den Berliner Unterwelten. Das Ding mit den Fluchttunneln scheint spannend zu sein. So spannend, dass alles ausverkauft ist. Planen für morgen früh um 10 Uhr einen neuen Versuch. Da mein Chef mit mir gewettet hat, fühle ich mich animiert, jene Fankneipe in Berlin aufzusuchen und mir das Elend live anzuschauen. Vorher kurzer Zwischenstop beim Sushi. Es ist sooo günstig und lecker, Wahnsinn. Überhaupt scheint es schwierig, in Berlin verhungern zu können, dieses Überangebot an Restaurants, Bars, Pubs und Imbissbuden jeglicher Machart erschlägt einen. Pünktlich zum Anstoß sitzen wir vor 3 Bildschirmen und kommen langsam mit den Einheimischen ins Gespräch. Das Spiel ist grottig, Gladbach schießt 3 Tore und am Ende steht es 2:1 für Schalke. Schadenfroh verkneife ich mir die Mail an den Chef und freue mich heimlich.

20160318_201625

++++
19.03.2016
Ab in den Untergrund! Heute klappt es, wenn auch erst zur zweiten Führung, die erste war schon wieder voll. Konnten wir aber nix für, die U8 stoppte wegen „Person im Gleisbett“. Nix passiert, die musste sich nur ausschlafen.
Die Führung „Mauerdurchbrüche“ war absolut spitze. Lag vor allem am Herzblut unserer Führerin, die eigene und familiäre Erfahrungen aus der DDR und Fluchten einbringen konnte und sehr sympathisch mit großer Begeisterung mühelos zwei Stunden füllte. Wenn ihr in Berlin seid: Unbedingt machen! Andrea Fiedler hieß sie, echt klasse!

Später dann „Nichts passiert“.

Ein total schnuffiges Progammkino im 5. Stock Altbau ohne Aufzug. Die Sitze gemauert mit dicken Lederpolstern drauf und dann Devid Striesow. Krasser Film, sehr gut. Kein Mainstream.

Nach dem Kino noch schnell zum Eckitaliener und Pizza geholt. Danach hinfort zur Livemusik.

20.03.2016
Der letzte Tag. Flug geht spät, erst nach 22 Uhr. Es nieselt. Im Mauerpark ist Flohmarkt, davor Livemusik. Die Schlange am Fernsehturm ist übersichtlich, wir besorgen Tickets und verbringen die Zwischenzeit im Café. Trotz grauen Wetter ist die Aussicht erstaunlich gut.
15 Uhr Schlüsselrückgabe. Ein Kumpel vom Pablo kommt, und wir gehen. Zeit satt bis zum Abflug. Es regnet. Mir fällt ein, dass das Buch, welches ich las, von dessen Verfilmung die Allereinzigste berichtete, hier schon läuft. Also nicht lang überlegt und wieder mal ab ins Kino. Kein schönes Thema, unkitschig umgesetzt. Ebenfalls empfehlenswert.

Kurz vor halb 10 nähern wir uns dem Flughafen, asiatisch sattgegessen. Halbe Stunde Verspätung, kurz nach Mitternacht Landung in Köln. Der Airparksmensch fährt wie eine gesengte Sau, nachdem er auf fünfmaliges Anrufen zunächst nicht reagiert hatte, holt er jetzt sämtlich Telefonate am Steuer nach. Kommen trotzdem wohlbehalten zum Auto und kurz darauf bin ich auch schon wieder daheim.

Danke für 4 schöne Tage!

17.03.2016

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Berlin! Berlin! Wir fliegen nach Berlin!

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Das Geburtstagsgeschenk für die Allereinzigste wird tatsächlich wahr.

16.03.2016

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Urlaub. Endlich Urlaub.

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07.03.2016

Konsequenz?!?

WmDedgT 03/16

07:06 Uhr. Irgendetwas rumort hinter mir und unterbricht den Chef, der mir gerade einen Vortrag darüber hält, dass er bis zum 08. Mai mindestens 100 perfekte Dokumentationen benötigt. Sonst….(!)
Sonst deckt die Oma den Frühstückstisch. Ich erwache auf meiner Exil-Ecke zwischen der Wohnzimmerschrankwand, die es schon gab, als das Haus gebaut wurde und ich drei war und dem neuen Sessel, der ledern, beige, das zwanzig Jahre alte gemütlich Sitzmöbel ersetzen durfte. Die restliche Garnitur bestellt sie noch, versichert sie mir, sie weiß ja nicht, wie lange sie noch lebt, daher wird auf jeden Fall dieses Jahr noch bestellt.
Ich dämmere zurück zu Cheffe und der Kollegin, die mir panisch eröffnet, dass sie JETZT wechseln müsse und dann ja weg sei, „drüben“.
Der Tisch ist gedeckt, als ich mich endlich aufraffe. Wie die letzten 25 Jahre vorher schon verliest Oma die Speisekarte. Ich frühstücke seit über 30 Jahren die erste Mahlzeit in süßer Form. Daher: auch heute keinen Lachs, keinen Käse, keine Hausmacherschinkenwurst. Einfach nur Brötchen und Marmelade. Gott, wie nervt mich das und lieber Himmel, wie werde ich das vermissen, wenn sie nicht mehr ständig fragt, was sie ohnehin schon weiß.

Bewundernd blickt sie hinauf, während ich auf dem Tritt stehe und die gestern abgefummelten und nun frischgewaschenen Vorhänge wieder in die Leisten fummle. Meine Tante hätte die ganze Zeit gemöppert und viiiiiel länger gebraucht, als sie das das letzte Mal erledigte, aber die wär ja auch nicht schwindelfrei. Tante meidet mich, ich frage mich kurz, ob das Aufhängen der Vorhänge etwas zu meiner Erbschaftsberechtigung beitragen könnte, aber ehrlich gesagt, bin ich nicht so für Lebendigenfledderei und hoffe einfach, dass Oma noch möglichst lange da ist. Ich bin jetzt schon untendurch bei der Tante, nachdem sie mir den Testamentsinhalt eröffnete, als negativ kommentierte und ich nur mehr oder weniger mit den Achseln zuckte.

Halb elf. Besuch bei Anderopa. Hörgerät außerhalb des Ohrs erschweren Gespräche. Dennoch ist er klar im Kopf, das, was er hört, führt zu einem halbwegs normalen Gespräch. Lang geht nicht, drum bin ich kurz darauf wieder weg.

Halb eins. Essen steht auf dem Tisch. Heute mal fleischlos. Ich bin glücklich. Oma keift den Opa an, die Kurze kommentiert kopfschüttelnd, sie und ich schauen uns wortlos an. Für ihre 11 ist sie schon ganz schön pfiffig. Es besteht Hoffnung.

Der Onkel fährt mich zum Bahnhof. Ich atme tief durch, als ich im Zug sitze. Heimat, ich komme!

Der Kerl holt mich ab. Dann: Menschenfreie Zone. Juchuh! Und wmijdgA?

04.03.2016

Im süddeutschen Familien“exil“: 6km gewandert,zwei Caches geloggt, Vorhänge und Spinnweben für Oma heruntergeholt. Nachmittags 4 Stunden Sauna in der superschönen Thermenwelt in Sinsheim. Die ham ne Poolbar! Mitten im warmen Wellnesspool.

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