Duduismus

::: there's a crack in everything ::: that's how the light gets in :::

  • »Moment mal«, sagte Herr Lehmann. »Was soll das heißen, Lebensinhalt? Lebensinhalt ist doch ein total schwachsinniger Begriff. Was willst du damit sagen, Lebensinhalt? Was ist der Inhalt eines Lebens? Ist das Leben ein Glas oder eine Flasche oder ein Eimer, irgendein Behälter, in den man was hineinfüllt, etwas hineinfüllen muß sogar, denn irgendwie scheint sich ja die ganze Welt einig zu sein, daß man so etwas wie einen Lebensinhalt unbedingt braucht. Ist das Leben so? Nur ein Behältnis für was anderes? Ein Faß vielleicht? Oder eine Kotztüte?«
  • Boxen.Stop.

Re.Sume.

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Traum.Zeit.

Die verbliebenen Neonfunzeln verleihen der langgezogenen Halle ein unheimliches Ambiente. Schatten wachsen aus den Ecken, zwischen den Regalen tun sich tiefe Schluchten auf. Wir passieren den schmalen Eingang, rechts das Brot, links Autoreparaturzubehör. Deine zusammengekniffenen Lippen kann ich nicht mehr sehen, Du eilst voraus, unwillig den Alltag auf den Fersen, den wir längst hinter uns glaubten. Ob Du bereust, dass Du wieder hier einkaufen musst? Ich biege ab, um einzusammeln, nein, um mich zu sammeln. Greife wahllos nach einem Pflegeprodukt – ist das wirklich, was ich will? Du stehst passiv-aggressiv auf dem Gang, am liebsten möchte ich das Haarspray in Deinem Gesicht verteilen. Joghurts, sagst Du und bist weg. Leck mich, denke ich und schlendere hinterher. Du, zielstrebig, vor dem Kühlregal. Du weißt, was Du willst. Der Wagen füllt sich. Ich greife hinein und schaue, was Du heute so kaufst. Yakult, nein, ist schon klar, seit wann stehst Du auf so’nen Markenscheiß? Hat das Leben da drüben Dich völlig verbogen? Oder hat sie Dir nichts anderes gegönnt? Jetzt bist Du wieder hier. Warte kurz, halte ich Dich auf, da fehlt noch was. Liebevoll nehme ich meinen Lieblingspudding heraus und platziere ihn genüsslich auf Deinem Haufen. Du schaust mich an, ich weiß nicht, wie. Irritiert? Oder erinnerst Du Dich? Weshalb nochmal bist Du wieder hier?
Du bezahlst selbstverständlich. Das war nicht immer so. Ich erinnere mich an Zeiten, als Du nichts hattest und ich heimlich Deine Schränke auffüllte, an Dein Blinzeln, ich hab was im Auge. Draußen schwenkst Du nach links, halt, sage ich, ich stehe, Du unterbrichst mich, da drüben steht der Wagen. Ein alter fetter Volvo mit südlichem Kennzeichen, Firmenwagen, erklärst Du, so weit ist es also gekommen. Ich werfe auch drei Sachen in den Kofferraum, Du nimmst mich nicht wahr, bis gleich sage ich, Du nickst und ich gehe hinüber zu meinem Elefantenrollschuh.

Ur.Kunde.

Zehn Jahre, drei Monate und zwanzig Tage später ist es endlich vorbei.

Liebes.Tagebuch.

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Das.Kommt.Mir.Griechisch.Vor.

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Elf.

Lül.Lingen.

Wir schreiben das Jahr 2016.
Zehn kleine Verrückte mit nicht minder irren Betreuerinnen machen sich auf den Weg in ein kleines Dorf, das nie ein Mensch zuvor gesehen hat.

In einer ehemaligen Grundschule mehrbetten wir uns alle in ehemaligen Klassenräumen und Lehrerzimmern.
Alle? Nein – draußen hinter dem Haus steht ein kleines grünes Zelt, das die Anstaltsleitung mutwillig inmitten von Mückenschwärmen platziert hat.
Es ist fast wie ein bisschen Schweden…

Lüllingen.
Ist genauso unterhaltsam wie es klingt.
Inmitten des wunderschönen Niederrheins lassen wir 7 Tage, 6 Nächte die Seele baumeln und verunsichern die nähere Umgebung:
Venlo, Overloon, Arcen, Kevelaer, Goch…

Nun denn: die Zivilisation hat mich wieder.
Wenn ich noch einmal meinen Anrede-+Hausnamen höre, wandere ich aus.

Nach Lüllingen.

1. Mai

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Is.There.Anybody.Out.There?

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