Duduismus

::: there's a crack in everything ::: that's how the light gets in :::

  • »Moment mal«, sagte Herr Lehmann. »Was soll das heißen, Lebensinhalt? Lebensinhalt ist doch ein total schwachsinniger Begriff. Was willst du damit sagen, Lebensinhalt? Was ist der Inhalt eines Lebens? Ist das Leben ein Glas oder eine Flasche oder ein Eimer, irgendein Behälter, in den man was hineinfüllt, etwas hineinfüllen muß sogar, denn irgendwie scheint sich ja die ganze Welt einig zu sein, daß man so etwas wie einen Lebensinhalt unbedingt braucht. Ist das Leben so? Nur ein Behältnis für was anderes? Ein Faß vielleicht? Oder eine Kotztüte?«
  • Boxen.Stop.

In.Frage.

Stellen.

„Der da!“ Sie zeigt mit dem Finger auf die Palme neben dem Fenster.
„Wer ist der? Was glaubt der eigentlich, dass der Ihnen immer vorsagt, wie es sein muss?“
Ich achselzucke.

Freitag abend.
Funkstille.
Gibt nicht viele Alternativen.
Kurz bevor ich durchdrehe, rettet mich das Nilpferd mit der Salbe.

Es kommt mir so natürlich, dass ich das bin, die nicht passt.
Ob das wirklich so ist – weiß der Geier.

Der letzte Vorhang ist gewebt. Wenn die Allereinzigste irgendwann gehen muss, bin ich weg.

Miss. U.

Ich vermisse das so.
Mit Dir zu lachen. Über Nichtigkeiten rumzualbern und sich schier nicht mehr einzukriegen.
Unterwegs, ein Blick genügt, wir schauen uns an und ich weiß, was Du jetzt denkst. Du prustet los.
Und dann das. Ich kann mich nicht verstecken. Es gibt keine Gründe, und trotzdem. Du lachst nicht, legst Deine Hand auf meine und es ist okay. Ich muss nicht duschen gehen, Du merkst es sowieso.
Wir diskutieren und heiß und hitzig und landen im Bett, wir kämpfen, bis wir lachend am Boden liegen und schlagen ein. Gleichstand. Augenhöhe.
Du musst keine Haufen scheißen auf das, was ich mache. Und Du, Du stehst gut da, ohnehin, Du stehst, fest, mit beiden Beinen und bist Dir trotzdem nicht zu fein, Dich mit mir kringelnd auf dem Rasen zu wälzen, bis Du aussiehst wie eine große fette Kuh mit ganz vielen bunten Flecken auf dem Hemd.

Wo? Bist? Du???

G.O.P.

Betriebsausflug ins G.O.P. gestern. Lange nicht mehr so gelacht. Danke für einen schönen Abend, liebe Kollegen.

Not.

Kaltes.Klares.Wasser.

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WAS.

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In.Tern.

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Re.Sume.

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Traum.Zeit.

Die verbliebenen Neonfunzeln verleihen der langgezogenen Halle ein unheimliches Ambiente. Schatten wachsen aus den Ecken, zwischen den Regalen tun sich tiefe Schluchten auf. Wir passieren den schmalen Eingang, rechts das Brot, links Autoreparaturzubehör. Deine zusammengekniffenen Lippen kann ich nicht mehr sehen, Du eilst voraus, unwillig den Alltag auf den Fersen, den wir längst hinter uns glaubten. Ob Du bereust, dass Du wieder hier einkaufen musst? Ich biege ab, um einzusammeln, nein, um mich zu sammeln. Greife wahllos nach einem Pflegeprodukt – ist das wirklich, was ich will? Du stehst passiv-aggressiv auf dem Gang, am liebsten möchte ich das Haarspray in Deinem Gesicht verteilen. Joghurts, sagst Du und bist weg. Leck mich, denke ich und schlendere hinterher. Du, zielstrebig, vor dem Kühlregal. Du weißt, was Du willst. Der Wagen füllt sich. Ich greife hinein und schaue, was Du heute so kaufst. Yakult, nein, ist schon klar, seit wann stehst Du auf so’nen Markenscheiß? Hat das Leben da drüben Dich völlig verbogen? Oder hat sie Dir nichts anderes gegönnt? Jetzt bist Du wieder hier. Warte kurz, halte ich Dich auf, da fehlt noch was. Liebevoll nehme ich meinen Lieblingspudding heraus und platziere ihn genüsslich auf Deinem Haufen. Du schaust mich an, ich weiß nicht, wie. Irritiert? Oder erinnerst Du Dich? Weshalb nochmal bist Du wieder hier?
Du bezahlst selbstverständlich. Das war nicht immer so. Ich erinnere mich an Zeiten, als Du nichts hattest und ich heimlich Deine Schränke auffüllte, an Dein Blinzeln, ich hab was im Auge. Draußen schwenkst Du nach links, halt, sage ich, ich stehe, Du unterbrichst mich, da drüben steht der Wagen. Ein alter fetter Volvo mit südlichem Kennzeichen, Firmenwagen, erklärst Du, so weit ist es also gekommen. Ich werfe auch drei Sachen in den Kofferraum, Du nimmst mich nicht wahr, bis gleich sage ich, Du nickst und ich gehe hinüber zu meinem Elefantenrollschuh.

Ur.Kunde.

Zehn Jahre, drei Monate und zwanzig Tage später ist es endlich vorbei.

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